AKH: Malaria-Experimente und Elektroschocks

Heimkinder waren in Wien offenbar Freiwild. Dass sie in der Uni-Klinik im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) auch für Malaria-Versuche missbraucht wurden, wurde Anfang Februar erstmals von einem Betroffenen behauptet. Jetzt konnten die schockierenden Psychiatrie-Methoden im Ö1-Morgenjournal, deren Redaktion schriftliche Belege vorliegen, bestätigt werden. Das alles hat sich nicht etwa in der Schreckensherrschaft der Nazis abgespielt, sondern in den sechziger Jahren unter der SPÖ-Alleinregierung in Wien.

AKH Mantel

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Was ist in den Sechzigern an  der Uni-Klinik noch alles passiert?
Foto: Da Beez / flickr (CC BY-ND 2.0)

Anstatt jede Woche einen neuen Beauftragten für irgendetwas zu installieren, sollten Bürgermeister Michael Häupl und seine Stadtregierung lieber einmal Vergangenheitsbewältigung betreiben. Unter der politischen Führung der Genossen nämlich sind all diese brutalen Machenschaften der Ärzte passiert. Kaum zu glauben: Neben Infektionen mit Malaria gab es Elektroschocktherapien und Insulin-Schocks. Die Psychologin Rotraut Erhard war als Praktikantin in der „Klinik Hoff“ am AKH und hat, wie sie Ö1 schilderte, Elektroschocks gesehen. Sie ist heute noch entsetzt: „Die Leute haben die Ärzte vorher angefleht, dass sie keine Schocks bekommen. Und wenn sie diesen elektrischen Schlag bekommen haben, hat sich der Körper aufgebäumt, wie man es normalerweise nicht sieht, wie das Menschen normalerweise nicht tun. Und sie haben ganz schrecklich geschrien.“ Der Psychiater Ernst Berger sagt, es habe auch die Gefahr von Knochenbrüchen bestanden – durch die Muskelkontraktionen bei Elektroschocks.

Kinder und Jugendliche als Versuchskaninchen in der Uni-Klinik. Eingesperrt, verlassen und den brutalen Machenschaften der Ärzte ausgesetzt. Waren der damalige SPÖ-Gesundheitsstadtrat und der damalige SPÖ-Bürgermeister ahnungslos? Haben sie von den Missbrauchsfällen in den Kinderheimen der Stadt Wien auch nichts gewusst? Und warum schweigt Bürgermeister Michael Häupl, nachdem bekannt wurde, dass zumindest zwei SPÖ-Gemeinderäte aus seiner Amtszeit unter dem Verdacht stehen, Kinder missbraucht zu haben? Schließlich ist die Frage zulässig, warum zur Aufklärung dieser schrecklichen Fälle kein „Beauftragter“ installiert wurde?

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