Beispiel Wasserkraft an der Donau (Bild: Kraftwerk Freudenau): Der Ausbau erneuerbarer Energieproduktion sollte finanziell gleichmäßig auf alle Stromkunden umgewälzt werden, also nicht nur auf Private.

Foto: Verbund / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-DE)
Energiewende: Österreichs Konsumenten fürchten Kosten zu Lasten privater Haushalte

Dass der österreichische Strom in Zukunft zu 100 Prozent aus erneuerbarer Energie erzeugt werden soll, tragen nicht weniger als 70 Prozent der österreichischen Konsumenten mit. Das ergab eine repräsentative Befragung im Rahmen des Energie-Trendmonitors 2020. Aber diese grundsätzlich von den Verbrauchern unterstütze Energiewende hat einen Haken: Rund zwei Drittel der Befragten fürchten, dass ein wesentlicher Teil der Energiewende-Kosten auf die privaten Haushalte abgewälzt wird.

Und diese steigenden Strompreise drohen den Wechsel auf klimafreundliche Heiztechnologie zu blockieren, die, statt mit Erdöl oder Gas, mit Strom betrieben werden.

Wärmepumpen für zwei Drittel echte Alternative

Beispielsweise sind Wärmepumpen für nicht weniger als zwei Drittel der Befragten eine echte Alternative als klimafreundliche Heiztechnologie. Eine solche Technologie würde die ausreichend vorhandene verfügbare Energie aus der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser nutzen. Lediglich für den Antrieb wäre Strom notwendig, der aber durch eine Photovoltaikanlage zu 100 Prozent aus ökologisch produziertem Strom stammen könnte.

Bereits heute hat das Energieland Österreich einen Anteil von nicht weniger als 75 Prozent Strom, der aus erneuerbaren Erzeugungsquellen stammt und liegt damit europaweit hinter Norwegen auf Rang Nummer zwei.

Private Haushalte finden sich bei Stromkosten benachteiligt

Wollte man 100 Prozent an erneuerbarer Energieproduktion in Österreich schaffen, dann müsste man laut einer Studie in den kommenden Jahren einige Milliarden Euro zusätzlich in die Netzinfrastruktur investieren. Die Kosten der Energiewende sind laut einer Analyse der Technischen Universität Wien aber schon heute sehr ungleich zwischen privaten Haushalten und etwa der heimischen Industrie verteilt.

So tragen 41 Prozent der Stromkosten die Privaten, obwohl sie nur 25 Prozent verbrauchen. Die Industrie trägt umgekehrt 21 Prozent der Kosten, verbraucht aber 43 Prozent des Stroms. Deshalb betonen 63 Prozent der befragten Verbraucher, die Bundesregierung solle dafür sorgen, dass Strom günstig bleibt, um damit umweltfreundliche Heiztechnik überhaupt betreiben zu können.

Donaukraftwerk Freudenau

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