Die radikal-islamische Taliban kann in eine sonnige Zukunft blicken: Die NATO zieht ihre Truppen ab, die überforderte Regierung lässt Gefangene frei.

Foto: bluuurgh / wikimedia.org (CC0)
Kein Frieden in Sicht: Taliban terrorisiert nach wie vor die Bevölkerung

Es sollte als ein großer außenpolitischer Erfolg für Trump gelten. Wie unzensuriert berichtete, haben die Vereinigten Staaten einen Frieden mit den Taliban ausgehandelt. Die Amerikaner versprachen einen zügigen Truppenabzug, die Taliban hingegen eine völlige Waffenruhe.

Ein Ende des Krieges ist dies wahrlich nicht, denn zwischen der offiziellen Regierung und den Taliban wurde noch nichts beschlossen, nicht einmal verhandelt. Doch wie unzensuriert ebenfalls berichtete, ging die Regierung einen großen Schritt auf die Aufständischen zu: Sie ließ unzählige Gefangene frei. Doch bereits nach wenigen Tagen wird klar: Die Taliban werden nicht friedlich werden.

Acht tote Zivilsten bei Anschlag

Während die NATO in Folge des neuen Vertrags bereits mit dem Abzug, der einige Monate in Kauf nehmen wird, begonnen hat, übt die lose organisierte Taliban fast täglich tödliche Gewalt aus. Allein der nähere Blick auf einen einzigen Tag in Afghanistan reicht aus, um das Ausmaß der Gewalt zu erkennen.

Wie der iranische Nachrichtensender Press TV berichtete, tötete eine Bombe der Taliban am Mittwoch in der südafghanischen Provinz Helmand acht unschuldige Zivilisten. Auch Frauen und Kinder sollen unter den Opfern sein. Auf einem Foto des Tatorts, das auf dem sozialen Medium Twitter veröffentlicht wurde, sind zerstörte Trümmer der Explosion zu erkennen.

Taliban sind schwer bewaffnet

Ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten die Taliban ein Video, wie sie die Panzerabwehrrakete MILAN in einem Hinterhalt benutzen. Bei der MILAN handelt es sich um eine Waffe, die Ende der 1970er Jahre von Deutschland und Frankreich entwickelt wurde. Die westeuropäischen Staaten verkauften ihre Technologie im großen Stil an Regierungen im Nahen Osten.

Von den Abnehmern bestätigten wiederum die reichen islamischen Wüstenstaaten Katar und Saudi-Arabien offiziell, dass sie zahlreiche dieser Waffen an radikal-islamische Aufständische in Libyen und Syrien weiterverschenkt haben. So berichtete der Spiegel schon 2013 darüber, dass diese Staaten die Aufständischen mit Panzerabwehrwaffen ausrüsteten. Über diesen Weg müssen diese gefährlichen Waffensysteme auch in den Besitz der Taliban gelangt sein.

Tote Polizisten durch Hinterhalt

Doch hiermit ist es immer noch nicht genug. Ebenfalls am Mittwoch verübten die Taliban in der nördlichen Region Tachar einen Angriff auf die Polizei des Landes. Wie in einer Aufnahme des Angriffs zu sehen ist, wird eine Bombe gezündet, über die gerade das Auto einer Patrouille fährt. Für die vier Beamten in dem Fahrzeug gab es keine Überlebenschance.

Die afghanische Regierung hingegen scheint machtlos den Vorgängen ausgeliefert zu sein. Im Gegenteil, seitdem der Abzug der NATO aus dem Land gewiss scheint, machen sie vermehrt Zugeständnisse an die Islamisten.

Wieder 100 Krieger frei gelassen

Sie lassen immer mehr Taliban-Krieger frei. Wie der afghanische Nachrichtensender 1TVnews gestern, am Freitag, berichtete (auf Persisch), ließ die afghanische Regierung wieder 100 Taliban aus dem Gefängnis frei.

Die Regierung scheint die Taliban regelrecht für die Zeit nach dem Truppenabzug der NATO besänftigen zu wollen. Dabei ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Taliban ruhen werden, bevor sie das Land unter Kontrolle gebracht haben. Sie führen ihren Krieg nun schon seit über 30 Jahren gegen ihre Feinde. Ursprünglich wurden sie absurder Weise von den Vereinigten Staaten finanziert und bewaffnet, um im Afghanistan-Krieg in den 1980er Jahren an der Seite anderer Widerstandskämpfer gegen die russische Besatzungsmacht zu kämpfen. Seit fast zwanzig Jahren kämpfen sie nun gegen ihren neuen Feind aus dem Westen.

Auch die Bundeswehr befindet sich mit aktuell 1.300 Soldaten dort. Die offizielle Regierung betrachten die Taliban dabei ebenso als Feind wie die Truppen der NATO. Regierung und NATO können dabei die Taliban schon vereint nicht im Zaum halten. Nach dem Abzug des Westens wird die Armee den Gotteskriegern wenig entgegenzusetzen haben.

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