Muss der Nikolaus aus politisch korrekten Gründen bald von der „Erziehungsbühne“ abtreten?

Bild: Markus Spiske / flickr (CC BY 2.0)
Proteststurm gegen Abschaffung christlicher Feste in Kindergärten und Schulen

Nachdem sich vor einiger Zeit besorgte Eltern an unsere Redaktion gewandt haben, scheinen sich nun andere auch Medien in die Diskussion rund um die Abschaffung christlicher Weihnachtstraditionen einbringen zu wollen. Momentan das Reizthema für Eltern schlechthin stellen Tendenzen dar, christliche Feste in Kindergärten und Volksschulen aus vorauseilender Rücksicht auf eingewanderte Kulturen gänzlich aus dem Lehrplan zu streichen.

Martinsfest muss umbenannt werden

In Deutschland gibt es bereits seit längerem Tendenzen, christliche Feste aus Erziehungsinstitutionen zu verbannen. Dabei entbrannte bereits 2010 eine umstrittenen Debatte um die Abschaffung oder Umbenennung des Mitte November stattfindenden Martinsfestes und den damit verbundenen Laternenumzüge, vor allem jener der Kindergarten-Gruppen. Aus Rücksicht auf andersgläubige Kinder sollte das Fest abgeschafft oder doch zumindest in ein „multikulturell“ klingendes „Sonne-Mond- und Sterne-Fest“ oder einfach nur „Laternen-Fest“ umbenannt werden. In vielen Teilen Deutschland wurde dies auch umgesetzt.

Auch in Österreich haben sich im Umfeld der heurigen Martins-Feste in Kindergärten erboste Eltern an unsere Redaktion gewandt. Dabei scheint es umso erstaunlicher, dass eben gerade christliche Kindergärten scheinbar darauf drängen, dieses Fest mehr als multikulturelles „Event“ denn als christliches Fest im Gedenken an den Heiligen Martin zu zelebrieren.

Eltern protestieren, Kindergärten verharmlosen

In einem Wiener Pfarrkindergarten, einer Stiftung der Erzdiözese Wien, etwa beklagten Eltern, dass in diesem Jahr das Martinsfest nicht wie üblich in der Kirche sondern an einem „Ersatzschauplatz“ außerhalb stattgefunden habe. Die Eltern vermuteten besondere Rücksichtnahme von Seiten des Kindergartens betreffend zweier Moslem-Kinder aus der Gruppe. Unbestätigten Gerüchten aus der Elternschaft zufolge sei es diesbezüglich gar zu einer „Empfehlung“ von Seiten der Erzdiözese gekommen.

Von Seiten der Pressestelle der Stiftung hingegen hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion, es sei aus „rein organisatorischen Gründen“ eine andere Örtlichkeit als die Kirche für die Abhaltung des Martinsfestes gewählt worden.

Gerade das Fest zu Ehren des Heiligen Martin sollte den Kindern das Teilen vermitteln, dies ist allerdings auch in der islamischen Kultur fest verankert. Als dritte der fünf Säulen des Islam, Zakat, ist das Geben von Almosen auch dieser Religion nicht fremd.

Diskussion um „Hausverbot“ für Nikolaus

Nun naht ein neuer Höhepunkt im christlichen Kalender, das Nikolaus-Fest. Auch zu diesem Anlass gibt es anscheinend heftige Diskussionen. In diversen Bezirksblättern, etwa aus den Bezirken Mödling oder Gmünd in Niederösterreich, stellt man die Frage, ob dem Nikolo „Hausverbot“ erteilt werden sollte.

Dabei kristallisiert sich ebenfalls heraus, dass eine überwiegende Mehrheit der Eltern sowie einige Erzieher und Pädagogen sich sehr wohl für eine Beibehaltung der christlichen Feste im Jahreskreislauf ausgesprochen haben.

Ein Vater bringt es dabei auf den Punkt: „Wo beginnt man mit dem Entgegenkommen gegenüber anderen Kulturen, und wo hört man auf?“

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